Ulrich Volp

Aktuelle Forschungsprojekte (Auswahl)


Projekt HELVABAS – Decoding Helfta   

Das deutsch-schweizerische Kooperationsprojekt untersucht die Entstehungsprozesse zentraler Texte aus Helfta mithilfe digitaler Methoden. Ziel ist es, ihre biblischen und patristischen Grundlagen sowie ihre theologische Verarbeitung anhand der Themen Tugend, Autorität und Anthropologie nachzuzeichnen. Im Fokus stehen die Schriften von Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn und Gertrud von Helfta, die zu den bedeutendsten Werken mittelalterlicher Mystik zählen. Frühere Forschungen schwankten zwischen der Annahme radikaler Originalität und der Bewertung als bloße Traditionsübernahme. Das Projekt setzt hier an, indem es patristische und mediävistische Perspektiven integriert und digitale Textanalysen (u. a. mit MAXQDA) nutzt, um Struktur, Quellenbezüge und Rezeptionsprozesse sichtbar zu machen. So eröffnet es eine neue Perspektive auf Innovation und Traditionsbindung der Helfta-Texte.

Projekt Synodicon Orientale

Ziel dieses Projektes ist die erstmalige Erstellung eines wissenschaftlichen Kommentars und einer neuen deutschen Übersetzung des Synodicon Orientale, der Sammlung der Synodalakten (410–823 n. Chr.) des Sasanidenreiches und der frühislamischen Zeit. Diese Studien sollen die Grundlage einer digitalen Erschließung des nicht einfach zu lesenden Materials sein, das fundamentale Daten zur Geschichte des diversen Christentums in diesem großen geographischen Raum liefert. In historische Karten eingepflegte Geodaten, Normdatennachweise, Visualisierungen und vieles mehr sollen auch für eine breitere (Fach-)Öffentlichkeit als Open Science-Projekt zugänglich gemacht werden.

Projekt ACOEngine

Das Projekt baut auf dem seit 2016 von der DFG geförderten Langzeitvorhaben zu den Akten des Konzils von Ephesus (431) auf und entwickelt neue digitale Wege zur Erschließung umfangreicher vormoderner Quellencorpora. Im Zentrum stehen die Akten der ökumenischen Konzilien bis Nizäa II (787), deren Beschlüsse bis heute die dogmatische Grundlage der meisten christlichen Kirchen bilden. Trotz ihrer großen Bedeutung sind diese mehrsprachigen Texte bislang schwer zugänglich. Durch die Kombination von Übersetzung und Kommentierung mit KI-gestützten Methoden, einschließlich eines speziell trainierten LLM, sollen Struktur, Fachterminologie, prosopographische und geographische Daten systematisch erschlossen werden. Die Quellen werden erstmals für Textmining nutzbar gemacht und gemäß den FAIR-Prinzipien in einem offenen, digital codierten Datenraum bereitgestellt. Ergänzt wird dies durch webbasierte Suchmodule und interaktive Karten (vgl. das o.g. Synodicon Orientale Projekt), die eine nachhaltige und vielseitige Nutzung des Materials ermöglichen.

Gott q.e.d.

Das Projekt baut auf Lehrveranstaltungen auf, die zusammen mit der Mathematik (Zahlentheorie und Geschichte der Mathematik) an der JGU stattfanden. Ziel ist die Erstellung eines Lehrbuchs mit neu übersetzten Quellentexten aus der gemeinsamen Geschichte von Theologie und Mathematik. Neben Ulrich Volp sind Prof. Dr. Stefan Müller-Stach und Prof. Dr. Tilman Sauer Projektbeteiligte:
Stefan Müller-Stach 
Tilman Sauer